Bankathon 2016: Interview mit Matthias Lange von FinLeap

In den nächsten Wochen stellen wir an dieser Stelle unsere Sponsoren des Bankathon vor, der vom 9. bis 11. Oktober hier bei uns in Hamburg stattfindet. Den Anfang machen wir mit FinLeap, einem unserer Gold-Sponsoren. Unsere Fragen beantwortete Matthias Lange, der Managing Director bei dem Berliner Unternehmen ist.

Matthias Lange, Managing Director bei FinLeap

Ich bin als Managing Director bei FinLeap verantwortlich für die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen für unser Portfolio. Das beinhaltet die Identifikation von neuen, innovativen Geschäftsideen, die strategische Auswahl, das Prototyping und Testen, den Aufbau und den Markteintritt – also alle wesentlichen Schritte, die nötig sind, um ein Venture zum Leben zu erwecken. Vor FinLeap habe ich 8 Jahre für McKinsey & Company gearbeitet und dort insbesondere den Finanzsektor mit Bezug zu neuen digitalen Geschäftsmodellen als auch großen IT-Transformationen beraten. Ich habe in Münster Wirtschaftsinformatik studiert und auch einen Doktor an der Humboldt Universität Berlin gemacht.

#FinTech begeistert, weil …

Bei FinLeap steht FinTech für technologie-basierte Innovation im Finanzsektor. Ich finde es dabei extrem spannend, gemeinsam mit FinLeap die damit verbundene Veränderung der Branche in Europa voranzutreiben und neue Ideen zu entwickeln. Für mich sind die besten Momente, wenn wir neue Ideen gemeinsam mit vielen unterschiedlichen Parteien diskutieren und umsetzen: mit traditionellen Banken, innovativen Querdenker, digitalen Entrepreneurs und Techies mit dem Verständnis für die neusten technischen Möglichkeiten.

Was ist für Dich persönlich das Besondere am Bankathon?

Für mich persönlich ist das Besondere am Bankathon, dass viele Gleichgesinnte zusammenkommen, die in kurzer Zeit Produkte entwickeln wollen, die die Bankenindustrie voranbringen können. Und das hierbei Regulatorik, oder im speziellen PSD2 dieses Jahr, nicht als Barriere gesehen wird sondern als Enabler für Innovationen. Ich bin gespannt auf die Inspiration, die ich mitnehmen kann, die hoffentlich zu vielen weiteren FinTech-Ideen führen werden.

Wie schätzt Du Hamburg als FinTech-Standort ein? Ist die FinTech Week Hamburg der Auftakt für weitere Veranstaltungen dieser Größenordnung?

Hamburg kommt mir im Vergleich zu Frankfurt oder London nicht unmittelbar als Finanzstandort in den Kopf, allerdings hat sich in den letzten Jahren viel getan. Ich denke, dies sieht man auch an der stetigen Entwicklung der FinTech-Szene. Unter anderen mit Namen wie Kreditech und figo, entwickelt sich hier ein wachsendes Ökosystem, das sicherlich noch nicht so groß ist wie in Berlin, aber insbesondere durch die Nähe untereinander sehr verbunden ist.

Was erhoffst Du Dir für diesen Bankathon? Eine raffinierte Idee? Ein spezielles Projekt? Ein außergewöhnliches Team? Den Austausch? Etwas Konkretes für den Bankalltag?

Ich bin gespannt auf die vielen innovativen Ideen, die die Teams in knapp 30h entwickeln. Sicherlich eine sehr kurze Zeit, aber für mich ist die Stärke von Hackathons, dass man in dieser sehr kurzen Zeit Ideen so weit treiben kann, dass Kunden Feedback geben können, ob es funktioniert und ob ihre Bedürfnisse adressiert werden. Die Jury wird hier sicherlich ein guter Proxy für mögliche Kunden sein. Ich freue mich bei dem Bankathon insbesondere darauf, viele neue Leute kennenzulernen, die danach den Drive haben, ihre Idee umzusetzen und vielleicht entwickelt sich ja auch die ein oder andere Diskussion so weit, dass man gemeinsam an der Idee weiterarbeitet.

Was magst Du den teilnehmenden Teams mit auf den Weg geben?

Nicht nur bei dem Bankathon, bei dem die Zeit immer zu knapp sein wird, sondern auch generell bei FinTech-Geschäftsideen im Consumer Bereich sehe ich es als besonders wichtig, neue Geschäftsideen auf simple, vom Kunden einfach zu verstehende Ideen zu fokussieren. Die Technik kann hoch komplex sein, aber für den Kunden muss sie super simpel aussehen. Gerade beim Einsatz neuer Technologien ist die Gefahr groß, dass man sich in den vielen Möglichkeiten verliert, die die Technologie ermöglicht und damit aber den Kunden abhängt. Deswegen sehe ich es als besonders wichtig an, nicht nur technische Ideen zu entwickeln, sondern auch den Go-to-Market-Ansatz und das Geschäftsmodell dahinter genauer auszugestalten – insbesondere aus Kundensicht.

Dieses Mal ist das Thema PSD2 im Fokus. Ist für Dich ein bestimmter Bereich besonders interessant? Welche Learnings erhoffst Du Dir und wie werden diese in die Bank einfließen können?

PSD2, oder etwas breiter Regulatorik, wird in der Industrie immer noch viel zu oft als Hindernis bzw. Kostenblock gesehen. Ich wurde neulich bei einer Präsentation gefragt, wie wir nun damit umgehen, wo nun auch FinTechs immer mehr Regulatorik einhalten müssen. FinTechs mussten sich schon immer voll an Regulatorik halten – und wir als FinLeap legen hier von Anfang an besonderes Augenmerk auf diese Themen, nicht erst seitdem wir eine Finanzholding sind. Ich denke der Hauptunterschied ist, wie und mit welcher Einstellung man sich dem Thema widmet. Wir achten bei unseren Geschäftsmodellen konsequent darauf, wie wir das Thema Regulatorik so umsetzen können, dass hieraus ein Mehrwert für das Unternehmen entsteht und nicht nur, was das Mindestmaß ist, das wir umsetzen müssen, um die Regularien zu erfüllen. Unsere solarisBank ist hier ein gutes Beispiel. Das Geschäftsmodell beruht unter anderem darauf, Lösungen bereitzustellen, die unseren Kunden voll regulierte Bankdienstleistungen ermöglichen. Ich bin gespannt, welche Ideen der Bankathon in diese Richtung entwickelt.

Alle Informationen zum Event und den Anmeldemodalitäten finden Interessierte unter www.bankathon.net.