Bankathon #5 Berlin: Interview mit dem Bankenverband als Supporter

„Hackathons zeigen uns in der Finanzbranche viele neue Wege auf. Und: Dabei stellen sie unter Beweis, dass keine komplexen und kostenintensiven Projekte und Abstimmungsschlaufen nötig sind, um innovativ zu sein“, erklärt Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer, Bundesverband deutscher Banken, im Interview. Ja, richtig gelesen: Der Bankenverband unterstützt erstmals unseren Bankathon. Damit zeigen wir einmal mehr, dass das Prinzip des Bankathon aufgeht: Als neutrale Plattform bringt er wirklich alle Parteien der Branche an einen Tisch. Wir freuen uns riesig auf die nächste Woche in Berlin!

Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführung, Bundesverband deutscher Banken

Kurzer persönlicher Steckbrief
Name:
Andreas Krautscheid
Position & Unternehmen:
Hauptgeschäftsführung, Bundesverband deutscher Banken
Wann und was war die erste Begegnung mit FinTech?
Vor zwei Jahren – eine Beteiligung an einer CD Produktion, die über eine Crowdfunding-Plattform finanziert wurde – auf die dort finanzierte CD warte ich aber noch heute …

Der Bankathon findet zum ersten Mal in Berlin statt. Lange überfällig oder wäre eine andere Stadt – in Deutschland oder Europa im Allgemeinen – passender?

Berlin ist derzeit der FinTech-Hotspot in Deutschland und einer der führenden Plätze in Europa. Keine andere deutsche Stadt zieht derart viele kreative, junge und dynamische Menschen an, die für den Erfolg von Innovationen so entscheidend sind. Es gibt in Berlin zwar bereits Veranstaltungen in unterschiedlichsten Formaten. Der Bankathon bereichert und kommt zur richtigen Zeit. Auch und weil sich der Bankenverband den FinTechs mit einer außerordentlichen Mitgliedschaft geöffnet hat.

Diesmal wird sich der Bankathon mit der Auswirkung der PSD2 auf bestimmte Bereiche fokussieren. Welcher Bereich außerhalb von Banking könnte von der neuen EU-Richtlinie profitieren?

Die PSD2 fokussiert auf einen einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr. Das wollen wir auch, einen digitalen europäischen Finanzbinnenmarkt. Denn: Der Zahlungsverkehr ist ein fester Bestandteil in jeder Form von Wirtschaftstransaktionen. Das bedeutet, dass PSD2 nicht nur das Banking berührt, sondern sich auf die gesamte Breite der Wertschöpfung aller Industrien auswirken wird. Ich bin gespannt, welche Bandbreite wir hier auch in Form der Lösungen des Bankathons sehen werden.

Haben Sie persönlich bereits Hackathon-Luft geschnuppert? Was glauben Sie, sind die größten Auswirkungen von Hackathons auf die Finanzbranche?

Hackathons sind sicherlich für etablierte Industrien wie die Finanzbranche ein noch relativ neues Format. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass Hackathons mittlerweile zum adäquaten und akzeptierten Instrumentarium zählen, um innovative Ideen und Lösungen zu entwickeln. Hackathons zeigen uns in der Finanzbranche viele neue Wege auf. Und: Dabei stellen sie unter Beweis, dass keine komplexen und kostenintensiven Projekte und Abstimmungsschlaufen nötig sind, um innovativ zu sein. Vielmehr hoffen wir, mit diesem für uns neuen Format schnell und effizient zu konkreten Ergebnissen zu kommen.

Was war der Hauptgrund für Ihre Unterstützung des Bankathon? Welche Learnings erhoffen Sie sich und wie werden diese möglicherweise in einen Bankenalltag einfließen können?

Der Bankenverband hat sich den FinTechs geöffnet und bringt sie mit Banken in einem intensiven Dialog zusammen. Der Bankathon ist da eine weitere Plattform für gemeinsame Lösungen, die wir mit unseren Instituten diskutieren und zum Beispiel in Form von Kooperationen weiterentwickeln können. Gleichzeitig wollen wir selbst lernen: mit einem besseren Einblick in innovative Formen der Zusammenarbeit, denn auch der Bankenverband befindet sich in seiner digitalen Transformation.

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