Bankathon #5 Berlin: Interview mit Gold-Sponsor Deutsche Bank

„Prinzipiell eröffnet PSD2 allen Industrien, die durch Bankdaten ihre bestehenden Produkte und Services verbessern könnten, oder durch die Kombination ihrer Technologie mit Bankdaten neue Produkte schaffen, neue Möglichkeiten“, sagt Niklas Grunewald von Deutsche Bank Innovation Labs, Berlin. Vielen Dank für das Interview und für die Unterstützung des Bankathon als Gold-Sponsor. Der Bankathon ist ja auch, ohne die Deutsche Bank dabeizuhaben, kaum noch vorstellbar! 💙

Niklas Grunewald, Deutsche Bank Innovation Labs, Berlin

Kurzer persönlicher Steckbrief

Name:
Niklas Grunewald
Position & Unternehmen:
Deutsche Bank Innovation Labs, Berlin
Wann und was war die erste Begegnung mit FinTech?
Mir ist meine erste Transaktion über Paypal vor circa 15 Jahren noch sehr bewusst, die ich damals allerdings noch nicht als FinTech erkannt habe. Mittlerweile gibt es schon wieder Herausforderer für das Paypal Modell – die Innovationsgeschwindigkeit nimmt exponentiell zu.

Der Bankathon findet zum ersten Mal in Berlin statt. Lange überfällig oder wäre eine andere Stadt – in Deutschland oder Europa im Allgemeinen – passender?

Für mich ganz klar lange überfällig. Berlin ist zusammen mit London momentan das größte europäische Start-up-Ökosystem, wächst aber dynamischer und wird mittelfristig wohl auch London überholen. Somit können wir in Berlin aus einem großen Pool an digitalen Talenten schöpfen, die die Quantität der Bewerber und Qualität der Teams ausmachen werden. Zudem hat Berlin mit 1,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2017 (inkl. Sondereffekte wie dem Delivery Hero IPO) die höchste Venture Capital Aktivität in Europa. Der Zugang zu Kapital hat sich für Gründer gerade im Frühphasen-Bereich, also Angel, Seed und early Series A, in den letzten Jahren stark verbessert – somit wird es immer wahrscheinlicher, dass aus den Prototypen im Bankathon auch echte Unternehmen entstehen.

Diesmal wird sich der Bankathon mit der Auswirkung der PSD2 auf bestimmte Bereiche fokussieren. Welcher Bereich außerhalb von Banking könnte von der neuen EU-Richtlinie profitieren?

Prinzipiell eröffnet PSD2 allen Industrien, die durch Bankdaten ihre bestehenden Produkte und Services verbessern könnten oder durch die Kombination ihrer Technologie mit Bankdaten neue Produkte schaffen, neue Möglichkeiten. Dabei sehe ich die Chancen in einem sehr breiten Spektrum von eher banknahen Produkten, wie beispielsweise „Finanzguru“, einem mobilen Finanzmanager aus einem unserer Deutsche Bank Hackathons, bis hin zu bankfernen Produkten und Funktionalitäten, wie beispielsweise die Integrationen in die After-Sales Prozesse im E-Commerce über die Customer Service Agents die jeweilige Transaktion auf dem Konto des Kunden einsehen und entsprechend agieren können.

Haben Sie persönlich bereits Hackathon-Luft geschnuppert? Was glauben Sie, sind die größten Auswirkungen von Hackathons auf die Finanzbranche?

Ja, allerdings nie als Teilnehmer, sondern meist in einer organisatorischen Rolle – beispielsweise bei unserem DB API/OPEN Hackathon, an dem unsere API erstmal geöffnet und das Entwicklerportal der Deutschen Bank vorgestellt wurde. Die für mich wichtigste Auswirkung von Hackthons ist neben dem dort stattfindenden Austausch der Teilnehmer sicherlich das Potenzial, aus den Projekten echte Unternehmensgründungen zu fördern, wie beispielsweise Candis, die aus einem vorhergegangenen Bankathon entstanden sind.

Was war der Hauptgrund für Ihr Bankathon-Sponsoring? Welche Learnings erhoffen Sie sich und wie werden diese in den Bankenalltag einfließen können?

Vom Bankathon erwarten wir uns neue Denkanstöße und Produktideen auf PSD2-Basis. Wir arbeiten als Bank täglich daran, unseren Kunden durch neue Produkte und Dienstleistungen Mehrwert zu liefern. Dabei setzen wir neben unseren internen Entwicklungen auch explizit auf die Zusammenarbeit mit FinTechs, denen wir über unsere Innovationslabore „Deutsche Bank Labs“ einen Einstiegspunkt zu einer möglichen Kooperationen mit der Deutschen Bank bieten.

Stellen Sie ein eigenes Team oder eine API?

Nein, allerdings wird unser Kooperationspartner verimi eine API zur Verfügung stellen. Wer aber Interesse an der Nutzung unserer DB API hat, kann sich jederzeit auf www.developer.db.com registrieren.

Gewähren Sie uns einen Blick hinter die Kulissen? Was können Ihre Kunden in absehbarer Zeit aus der digitalen Schublade erwarten?

Im Privatkundengeschäft werden wir die Funktionalitäten unserer mobilen App weiter ausbauen. Parallel dazu arbeiten wir verstärkt an weiteren digitalen Produkten, die es unseren Kunden ermöglichen, ihre Finanzen noch einfacher zu steuern, sowie weitere banknahe Dienstleistungen zu beziehen.

 

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