Welchen Beitrag Bankdaten zur finanziellen Inklusion im Kontext von Kreditvergabe leisten

“Gibt es ein Recht auf Kredite?”, fragt Maria Lissowska, (Senior Expert, Europäische Kommission), zu Beginn der Diskussionsrunde mit dem Titel “Panel 3 on Credit”. Ein Recht auf Kredite gibt es nicht – allerdings ist offensichtlich, dass die Möglichkeit, Geld zu leihen, einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Inklusion leistet. Die Chance einen Kredit zu bekommen, hängt größtenteils von der Kreditwürdigkeit des Verbrauchers ab. Die Frage sollte in Zukunft also lauten: Wie kann Kreditwürdigkeit die finanzielle Realität des Antragstellers widerspiegeln und so finanzielle Inklusion fördern?

Anstatt der oft unverständlichen und intransparenten Kriterien, die auf die Kreditwürdigkeit eines Verbrauchers schließen sollen, können Bankdaten direkt Aufschluss über die Informationen für die Evaluation der Kreditwürdigkeit geben. Im Sinne der Datensparsamkeit ist die Frage, welche Daten für die Kreditentscheidung eigentlich notwendig sind? Außerdem spiegeln Marktdaten, die aktuell häufig als Basis für die Kreditwürdigkeit dienen, nicht die finanzielle Realität der Antragsteller wider, da jede Anfrage einen individuellen Fall darstellt.

Aufgrund dessen sind Bankdaten eine ideale Möglichkeit, um auf Basis der aktuellen Ausgaben bzw. der Transaktionshistorie zu evaluieren, wie hoch ein Darlehen tatsächlich sein muss bzw. sein kann, damit das Zurückzahlen keine unüberwindbaren Herausforderung ist. So können Kreditgeber beispielsweise mit Hilfe eines digitalen ‘Account Checks’ einen Überblick über Zahlungseingänge wie Gehalt oder zusätzliche Einkommen bekommen. Gleichzeitig bekommen sie so natürlich auch Aufschluss über die Ausgabenstruktur eines Kreditantragstellers. Eine komplette Übersicht der Einnahmen und Ausgaben eines Haushalts ist auf diese Weise möglich.

Wie können Bankdaten also in der Praxis für Kreditentscheidungen genutzt werden? Als FinTech-Unternehmen ist figo mit verschiedenen Finanzquellen, wie Bankkonten, Kreditkarten, Depots, PayPal und FinTechs, verbunden. Das B2B-Unternehmen ermöglicht seinen Partnern den Zugang zu Bankinformationen – inklusive der relevanten Bankdaten, die für eine Kreditentscheidung notwendig sind. Der Kreditantragsteller könnte in einem solchen Modell theoretisch selbst die Entscheidung treffen, dem potenziellen Kreditgeber den Zugang zum Bankkonto zu erlauben, damit dieser eine valide Kreditentscheidung treffen kann. figo Partner bekommen nach Zustimmung des Endnutzer sofortigen Zugang zu Bankdaten wie Guthaben oder der Transaktionshistorie – und das in einem kategorisierten Format. Mit diesen Informationen kann der Kreditgeber seine Bonitätsbewertung und weitere Algorithmen für eine schnelle Entscheidung anwenden. Der Kreditgeber kann so kritische Faktoren erkennen, die einen negativen Einfluss auf die Kreditentscheidung haben, wie zum Beispiel hohe Ausgaben für Glücksspiel oder bereits aufgenommene Kredite. figo ermöglicht es seinen Partnern, Kunden einen digitalisierteren Kreditantragsprozess anzubieten.

Aus figo’s Sicht steht hinter dem Ansatz, aktuelle Bankdaten für Kreditentscheidungen zu nutzen, das Mindset der finanziellen Inklusion. An erster Stelle steht dabei der Verbraucher als Besitzer seiner eigenen Daten, der selbst entscheidet, ob er seine Bankdaten für den Kreditantrag nutzt. Die Zustimmung des Nutzers ist Voraussetzung für den Zugang. Zweitens: Kreditgeber mit Zugang zu den Daten sollten immer transparent erklären, welche Daten sie für ihre Kreditentscheidung nutzen. Drittens: Datenschutz und Datensicherheit sind entscheidende Faktoren und werden es immer sein. Die Payment Services Directive 2 (PSD2) definiert in Zukunft jeden Service, der Zahlungsdaten nutzt, rechtlich als Kontoinformationsdienst (KID) definieren. Das kreiert einen rechtlichen Rahmen für Vergleichsplattformen, FinTech-Unternehmen sowie Kreditgeber und ermöglicht den verschiedenen Akteuren der Finanzwirtschaft ein Miteinander auf Augenhöhe. Das stärkt die Datenhoheit von Verbrauchern, indem sie befähigt werden, ihre Bankdaten außerhalb des Online-Banking-Kontexts zu nutzen.

Mit der PSD2-Vorgabe ‘Access to Account, (XS2A) sind Banken in Europa künftig verpflichtet, Dritten, wie zum Beispiel Kontoinformationsdienste, den Zugang zu Bankdaten zu ermöglichen. Dadurch wären diese Daten zugänglich und theoretisch auch für Kreditentscheidungen nutzbar. Das stärkt die finanzielle Inklusion im Kontext von Kreditvergabe nachhaltig: Ein gutes Zeichen von Europa an Verbraucher.

 

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